Headcrash: Daten auf Festplatte wiederherstellen

Headcrash: Die Festplatte klackert

Einer der häufigsten Gründe für eine defekte Festplatte ist der sogenannte Headcrash. Meist geht dieser funktionale Fehler auf eine unsachgemäße Behandlung oder einen Verarbeitungsfehler zurück und ist meist immer mit einem Datenverlust verbunden. Was ein Headcrash ist, welche Vorsichtsmaßnahmen man ergreifen kann und ob sich die Daten von einer beschädigten Festplatte noch retten lassen, erfährst du hier.

Was ist ein Headcrash überhaupt?

Wie es der englische Begriff schon verlauten lässt, bezeichnet der Headcrash einen Zusammenstoß von Lesekopf und Oberfläche der Festplatte. Normalerweise besteht, bedingt durch den Bernoulli-Effekt, zwischen dem Schreibkopf und der rotierenden Platte ein feines Luftpolster, welches den direkten Kontakt beider Bauteile verhindert. Durch starke Erschütterungen, natürlichen Verschleiß oder Fehler in der Herstellung kann der Schreibkopf die Platte im Betrieb berühren, wodurch die Festplatte an dieser Stelle einen mechanischen Schaden davonträgt.

In der Regel geht der sogenannte Headcrash immer mit einem gewissen Datenverlust einher. Mit etwas Glück gehen nur Format-Informationen verloren, ohne realen Datenverlust. Nach einem Headcrash sollten alle relevanten Daten sofort auf ein externes Speichermedium transferiert werden. Eine Festplatte, die schon einmal von einem Headcrash betroffen war, ist kein sicheres Speichermedium mehr.

Der besagte Defekt kommt überwiegend bei älteren Festplatten vor. Moderne Festplatten, die sich in heutigen Notebooks befinden, besitzen diverse Sicherheitsvorkehrungen, um einen Headcrash zu verhindern. So fährt der Schreibkopf bei Erschütterungen oder plötzlichen Bewegungen automatisch in die Schlafposition.

Lassen sich die Daten nach einem Headcrash retten?

Die Daten lassen sich nach einem Headcrash in der Regel nicht mehr wiederherstellen. Wegen des mechanischen Schadens an der Festplatte, lassen sich bestimmte Bereiche nicht mehr auflesen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich nach einem Headcrash Partikel vom Schreibkopf und der Festplatte lösen. Bei Betrieb der Festplatte prallen diese Partikel gegen das Innengehäuse und die rotierende Platte und sorgen für weiteren Schaden an den Bauteilen.

Sollten sich wichtige Daten auf der Festplatte befunden haben, können darauf spezialisierte Techniker versuchen, diese von der Festplatte zu bergen. Wichtig hierfür ist, die Festplatte nach einem Headcrash nicht mehr zu nutzen, da sich der Schaden vergrößern kann und so das Auslesen der Festplatte selbst für den Fachmann unmöglich wird. Die Datenauslesung nach einem Headcrash erweist sich als äußerst zeitaufwändig und ist dementsprechend teuer. So können Kosten zwischen wenigen hundert bis zu mehreren tausend Euro entstehen.

Eine komplette Gewährleistung für die Rekonstruierung der Daten ist dabei nicht gegeben. Grundsätzlich ist es unwahrscheinlich, dass sich alle Daten retten lassen. Daten, die sich auf dem durch den Headcrash mechanisch zerstörten Part der Festplatte befunden haben, sind unrettbar verloren.

Kann ich meine Festplatte selbst reparieren?

Im Netz kursieren diverse Tipps, wie man die Festplatte nach einem Headcrash selbstständig reparieren kann. Die Festplatte darf keineswegs im Backofen erhitzt oder im Kühlschrank abgekühlt werden. Auch ist vom Öffnen der Festplatte ohne spezielle Instrumente stark abgeraten. Kostenfreie Programme aus dem Netz, die eine Wiederherstellung der Daten versprechen, sind bei einer mechanisch beschädigten Festplatte ohne Wirkung. Im schlimmsten Fall sorgst du hiermit für einen Totalverlust deiner Daten. Um die Chance auf eine Datenrettung zu erhöhen, solltest du direkt einen Fachmann für Datenrettung kontaktieren.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.