Forensische Auswertung von Geo-Daten auf Smartphones

Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung etablierten sich Smartphones als nicht wegzudenkende Begleiter im Alltag. Allerdings gehen mit den vielen Vorteilen, welche die High-Tech-Geräte von heutzutage mit sich bringen, ebenfalls zahlreiche Gefahren einher. Zwar erleichtern Funktionen wie Navigations-Applikationen das Leben, doch können dadurch gespeicherte Daten, etwa Geo-Daten, zur Kontrolle von Menschen missbraucht oder von Behörden ausgelesen werden.

Standortbestimmung am Handy – Wie funktioniert das?

Damit die Telefonie mit dem eigenen Smartphone funktioniert, bedarf es eines Kontakts mit der nächstgelegenen Sendeantenne. Auf diese Weise ist es zumindest den jeweiligen Netzanbietern möglich, den groben Standort eines Smartphones zu bestimmen. Eine auf diese Weise durchgeführte Ortsbestimmung bezeichnet man als GSM-Ortung. Eine solche Lokalisierung ist für den Laien kaum durchführbar, auch da durch den Gesetzgeber aufgrund von Datenschutzgründen stark reguliert. Deutlich einfacher erweist sich das Tracking von Smartphones mit fortgeschrittener Hardware-Ausstattung und vorhandenem WLAN und GPS, da eine ziemlich genaue Lokalisierung möglich ist. Eine solche Standortbestimmung erfolgt normalerweise über auf dem Smartphone eingerichtete Applikationen.

Aufkeimende Gefahren für den Nutzer durch Geo-Tracking

Mittlerweile nutzen mehr als 95% der 15-45 Jahre alten Bürger in der BRD ein Smartphone. Durch das integrierte GPS lassen sich Nutzer bis auf wenige Meter präzise lokalisieren. Das Verfahren der Standortbestimmung von Nutzern durch das Erfassen der geographischen Position in Verbindung mit der Zeit ist als Geotracking definiert. Nutzung findet es etwa in Navigations-Funktionen oder anderen ortsbezogenen Diensten. Sämtliche Location-based-Services produzieren kontinuierlich Daten und liefern Rückschlüsse über die Verhaltensweisen von Nutzern. Die Erörterung und Analysierung dieser Daten zu dubiosen Marktzwecken nennt man Geo-Targeting.

Nutzen von Geo-Daten in der IT Forensik

Nicht nur Marktunternehmen, sondern auch Sicherheitsbehörden in Deutschland sind in bestimmten Fällen zur Überwachung von Smartphones beziehungsweise zum Auslesen von Geo-Daten befugt. Die Standortbestimmung erfolgt durch eine an das Smartphone gesendete ‚stille SMS‘, welche die Rückmeldung am Sendemasten bewirkt und eine Ortung über das Funknetz ermöglicht. Eine solche Abfrage funktioniert grundsätzlich nur bei eingeschalteten Smartphones mit gültiger SIM-Karte.

Generell ist die Legalität einer Handyortung nur dann gegeben, wenn die Zustimmung durch den Besitzer vorliegt. Nur die Behörden dürfen in einigen Situationen ein Telefon auch ohne eine solche Einwilligung orten. Ein solcher Fall tritt bei Abwehr von Gefahren für Leib und Leben sowie bei der Verfolgung von Straftaten ein. Auch zur Abwehr und Eindämmung der aktuellen Corona-Pandemie wurde eine Auswertung von Geo-Daten in Betracht gezogen.

Handy verloren – Wie kann ich meine eigenen Geo-Daten auslesen?

Haben Nutzer ihr Telefon verloren oder wurde es entwendet, kann eine Ortung in einigen Fällen Abhilfe schaffen. Eine Ortung ist für den Verbraucher in der Regel nur mit zuvor installierten Applikationen möglich. Im Zweifelsfalle kann der Mobilfunkanbieter oder die Polizei bei der Suche nach dem abhanden gekommenen Gerät weiterhelfen. Apple bietet über sein Betriebssystem iOS die Ortung des iPhones über die sogenannte iCloud. Auch eine Sperrung des verlorengegangenen Geräts ist auf diese Weise möglich. Neben der Sperrung ist auch eine Ortung im Bereich des Möglichen. Nicht möglich ist eine Ortung generell dann, wenn keine Netzverbindung oder Internetverbindung besteht. Auch ein ausgeschaltetes Handy lässt sich nicht orten.

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